Kirche "Maria Himmelfahrt"


In den ersten Jahrhunderten dürfte Großengersdorf kirchlich unabhängig gewesen sein, denn selbst im Pillichsdorfer Pfarrgedenkbuch wird die Zugehörigkeit Engersdorfs zur "Mutterpfarre" Pillichsdorf erst ab 1350 angegeben. Wahrscheinlich herrschte damals - wie heute - die Tendenz zur Zentralisierung vor. Damit begann jedoch auch ein Jahrhunderte dauernder Kampf um die Unabhängigkeit der Pfarre Großengersdorf, der endlich im Juli 1783 durch Fürsprache des Pfarrers von Ulrichskirchen zum Erfolg führte.
Das Hofdekret über die Errichtung einer Pfarre in Großengersdorf wurde von Kaiser Josef II am 24. Oktober 1783 ausgestellt. Am 2. Mai 1784 wurde Großengersdorf endgültig zur Pfarre erhoben.


Das Gotteshaus

Das Gotteshaus war zuerst sicher aus Holz, da dieser Baustoff reichlich vorhanden war. Ob es an der Stelle der jetzigen Kirche gestanden ist und wie es aussah, wissen wir nicht.
Unbestimmt ist auch die Bauzeit des wuchtigen Wehrturms und des Presbyteriums, der Nordturm wird noch als mittelalterlich (vor 1500) bezeichnet, das gotische kreuzrippengewölbte Presbyterium dürfte am Anfang des 15. Jahrhunderts entstanden sein.

1892 wurde ein Kirchenbaukomitee zur Erweiterung der Kirche gegründet. 1899 wurde mit dem Abbau der Kirche begonnen. Nur Turm und Presbyterium blieben. Man wollte die Kirche im gotischen Stil neu bauen, und auch die Inneneinrichtung sollte im gotischen Stile sein. 1901 war man - mit vielen Schwierigkeiten - mit dem Umbau fertig.

Alois Meraner: Großengersdorf, Pfarrkirche, ca. 1900


Von den drei Fenstern im Presbyterium zeigt das mittlere "Maria Verkündigung" sowie die Heiligen Laurenz und Martin, die beiden seitlichen zeigen Bilder der 4 Evangelisten.
Die Fenster der "Herz-Jesu-Kapelle" zeigen die Geheimnisse des schmerzhaften Rosenkranzes, das Fenster in der ehemaligen Taufkapelle stellt die Taufe Christi dar.
Das Wandbild (Fresko) - die Himmelskönigin über Großengersdorf - wurde 1901 con Adolf Ritter von Schwarzenfeld gemalt.
Am 22.12.1901 wurde die Kirche geweiht.
Das barocke Hochaltarbild "Maria Himmelfahrt" (1827 von Josef Peter Krafft gemalt, 1904 restauriert), hängt heute im Altarraum links.


1903 wurde die Statue "Unbefleckte Empfängnis" gespendet.
1904-1906 wurde der Hochaltar errichtet. Er stammt von der kirchlichen Kunstanstalt Adolf Vogl aus Hall bei Innsbruck und besteht aus 2 Reliefbildern "Geburt Christi" und "Letztes Abendmahl", 4 Engel, 3 Statuen (Himmelskönigin mit dem Jesukind", "Mutter Anna", und "Hl. Leopold".
Altartische und Kommunionbank sind aus "Salzburger Marmor". Die gotische Kanzel ist eine Holzschnitzerei aus Tirol.
1905 waren der Kreuzweg und die Seitenaltarbilder (Josef und Florian) fertig. 1909 wurden die Kirchenstühle aufgestellt. 1932 kam von Oeralm der Herz-Jesu-Altar. 1943 wurde der Taufbrunnen aus Oberalmer Marmor aufgestellt und 1962 mit einem Deckel versehen. Die alte Kircheneinrichtung war unter verschiedenen Leuten aufgeteilt. Erst Pfarrer Jamöck brachte es zuwege, dass vieles wieder zurückgebracht wurde.
1966 wurde der Volksaltar errichtet. 1978 wurde die Außenrenovierung begonnen, die Pfeilerspitzen beim Haupteingang wurden wieder aufgestellt.Zuerst wurde die Westseite renoviert. 1979 Renovierung der Nordseite
1980 Renovierung der Südseite
1981 wurde die Innenrenovierung in Angriff genommen, nach Vorschrift des Bundesdenkmalamtes musste die ursprüngliche Malerei erhalten bleiben und wurde restauriert.
1982 unter Pfarrer Jamöck war die Renovierung beendet.


Unter Pfarrer Stephan Birk wurde 1998 der Hochaltar restaurier und neu vergoldet. Im gleichen Jahr wurde die Revitalisierung mit dem Umbau der Sakristei fortgesetzt und am 26.10.1998 abgeschlossen.


Der Turm

Der Turm, der wahrscheinlich schon mehr als 600 Jahre alt ist, wurde 1807 durch einen Orkan sehr stark beschädigt. 1861 erlitt der Turm abermals Schaden durch heftige Stürme. 1894 wurde der Turmhelm abgetragen, das Mauerwerk wieder erhöht und mit färbigglasierten Ziegeln gedeckt. Die Höhe des Kirchturms beträgt 42 m.


Eine Turmuhr gab es seit 1698. 1807 kam eine neue, ebenso 1895. Die Turmuhr, 1949 noch von einem Schlossermeister repariert, bekam 1955 und 1999 neue Ziffernblätter und wird elektrisch betrieben.


Das Turmkreuz war früher aus Eisen, es wog 70 kg und wurde mehrmals durch Sturm, Blitz und Donner herabgerissen, zum letzten Mal 1924. Die Gemeinde zahlte freiwillig einen Mehrbetrag, damit Kugel und Kreuz aus Kupfer hergestellt wurden. Das Kreuz wurde auf einer Lärchenholzstange montiert. Unter Pfarrer Stephan Birk wurde im Jahr 2000 mit der umfangreichen Renovierung des Turmes begonnen, auch das Kreuz wurde herabgenommen, vergoldet, und am 25.9.2000 wieder aufgesetzt.


Im Turm befinden sich 4 Glocken:
  • Die Große 1500 kg
  • Die Elfer 932 kg
  • Die Zwölfer 418 kg
  • Das Zügenglöcklein 60 kg


Die Orgel

Wann unsere Kirche die erste Orgel erhielt, ist unbekannt. Die frühere sei über 100 Jahre alt, hieß es 1872, als die neue Orgel vom Orgelbauer Ullmann aus Wien kam. Diese Orgel wurde in der neuen Kirche wieder aufgebaut. Im Juli 1941 wurde die alte Orgel abgetragen und im November in die Pfarrkirche von Hochwolkersdorf gebracht.
Am 2.8.1941 wurde die neue Orgel vom Orgelbauer Kaufmann aus Wien aufgestellt und am 10.8.1941 von Prälat Josef Wagner geweiht. 1998 wurde sie renoviert.